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Startup-Finanzierung für Gründer – Ihre Checkliste als Begleiter in 6 Schritten

Jeder Euro spielt eine wesentliche Rolle in einem Startup-Budget. Wenn Sie wie die meisten Kleinunternehmer (zum Beispiel einer UG) sind, starten Sie mit weniger als 25.000 € auf der Bank ihres Firmenkontos – oft sogar mit weniger als 10.000 €.

Hinzu kommt, dass viele Start-ups aggressive Growth-Praktiken anwenden und versuchen, mit dem kleinsten Geldbetrag die größte Wirkung zu erzielen. Das lässt wenig Spielraum für eine vage Finanzplanung und überraschende Liquiditätsengpässe.

Budgetierung und Prognosen können entmutigend sein, daher haben wir den Prozess in einer einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitung zusammengefasst. Erstellen Sie ein Budget, mit dem Sie Ihre Gründungskosten abschätzen, Ihren Cashflow überwachen und vom ersten Tag an schlank bleiben können. Sie können diesen Schritten folgen, unabhängig davon, ob Sie eine Buchhaltungssoftware, eine digitale Tabellenkalkulation oder Bleistift und Papier verwenden.

Wer braucht ein Startup-Budget?

Ein Startup-Budget ist eine einfache Aufschlüsselung, wie Sie planen, Ihr Kapital zu verwenden und die erwarteten Geschäftskosten zu decken. Egal, ob Sie sich in der Vorgründungsphase oder in einem späteren Stadium befinden, ein Budget ist unverzichtbar. Vor dem Start ist ein Budget das ultimative Werkzeug, um zu bestimmen, wie viel Geld Sie brauchen, um die ersten Monate zu überstehen. In diesem Stadium wird es eine realistische Projektion sein, die auf Marktforschung und Ihren besten Schätzungen beruht. Ohne diesen Fahrplan kann es passieren, dass Ihnen zu früh das Geld ausgeht oder Sie die Mittel ineffektiv ausgeben.

Nachdem Sie den Betrieb aufgenommen haben, wird Ihr Budget zu einem Analysetool. Sie können sehen, wie Sie die Ressourcen tatsächlich einsetzen und ob Ihr Team die Mittel so ausgibt und einnimmt, wie Sie es sich vorgestellt haben. Dies hilft Ihnen, wichtige Fragen zu entdecken und Möglichkeiten für Kosteneinsparungen und Geschäftsinvestitionen frühzeitig zu erkennen.

Wenn z.B. bezahlte Werbung Ihre größte Ausgabenkategorie ist, führt jeder Kanal zu qualitativ hochwertigen Leads? Müssen Sie längere Zahlungsfristen aushandeln, um Mittel für schwache Monate freizusetzen? Stimmen Ihre Ausgaben wirklich mit den Key Performance Indicators (KPIs) der einzelnen Teams überein?

Gut ausgearbeitete Budgets bieten direkte Antworten oder weisen Sie in die richtige Richtung.

Warum die Budgetierung entscheidend für Erfolg ist

Die Entwicklung eines Startup-Budgets lässt Sie nicht nur frühe finanzielle Fehltritte vermeiden. Es hilft Ihnen, langfristig fundierte Entscheidungen zu treffen. Hier sind ein paar weitere Gründe, warum Startups Zeit für eine regelmäßige Budgetierung einplanen sollten:

  1. Sie können bestimmen, wann Sie Mitarbeiter einstellen, Ausrüstung kaufen und anderweitig in Ihr Unternehmen investieren.
  2. Sie können anhand der tatsächlichen Geschäftsdaten eine Finanzierung zur Skalierung vornehmen und vermeiden eine zu frühe Mittelbeschaffung oder eine Überschuldung.
  3. Sie können Ihren Break-even-point besser abschätzen und Variablen nach Bedarf anpassen.
  4. Sie können Liquiditätsengpässe vorhersagen und Mittel bereitstellen oder frühzeitig mit Lieferanten und Kreditgebern verhandeln.
  5. Sie können einbehaltene Gewinne im Voraus identifizieren und einen Plan für diese entwickeln.
  6. Sie können zusätzliche Barmittel ermitteln, um den Notfallfonds Ihres Startups aufzubauen.
  7. Sie können genaue Finanzberichte erstellen, wie z.B. eine Bilanz oder eine Gewinn- und Verlustrechnung, die Sie mit Investoren und Kreditgebern teilen können.
  8. Ein guter Plan, der heute ausgeführt wird, ist besser als ein perfekter Plan, der nächste Woche umgesetzt wird. Lassen Sie uns in die 6 Schritte zur Erstellung Ihres Startup-Budgets eintauchen, damit Sie die Vorteile erkennen können.

Sie können ein nützliches Startup-Budget erstellen, ohne die Kosten auf den Cent genau zu schätzen oder die Zukunft perfekt vorauszusagen. Für ein neues Unternehmen ist es normal, Zahlen zu prognostizieren, die auf Marktforschung, Konkurrenzanalysen basieren. Vielleicht haben Sie bereits einige dieser Zahlen aus Ihrem Forschungs- und Entwicklungsprozess. Das Wichtigste, woran Sie denken sollten, ist, dass Sie mit Ihren Annahmen und Prognosen konservativ sind. Es ist besser, die Einnahmen zu unterschätzen und die Ausgaben zu überschätzen, als das Gegenteil zu tun. Lassen Sie uns nun durchgehen, wie Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben definieren, die Ergebnisse analysieren und Anpassungen vornehmen.

Schritt 1: Sammeln Sie Tools und fixen Sie ein Zielbudget

Sie können sich ein Notizbuch schnappen und Ihr Startup-Budget manuell erstellen. Oder Sie beschleunigen den Prozess mit den Budgetierungsfunktionen in gängiger Buchhaltungssoftware für Unternehmen. Wenn Sie Ihre anderen Finanztools, wie z.B. Ihr Geschäftsbankkonto, integrieren, wird Ihr Gesamtbudget automatisch aktualisiert. Sie müssen sich nicht durch jede einzelne App wühlen, um Ihre monatlichen Ausgaben zu finden.

Ein Tabellenkalkulationsprogramm wie Google Sheets oder Microsoft Excel ist eine weitere benutzerfreundliche Budgetierungsoption. In jedem Fall gibt es viele kostenlose Budgetvorlagen für Startups, die Sie verwenden können. Wählen Sie eine mit einem intuitiven Layout und dem von Ihnen benötigten Zeitrahmen. Geben Sie Beispielzahlen in die Tabellenkalkulation ein, um die Formeln zu testen. Auf diese Weise müssen Sie nicht stundenlang Daten eingeben, nur um festzustellen, dass die Tabelle nicht funktioniert.

Wenn Sie sich im Voraus ein Budgetziel setzen, können Sie bei der Auflistung Ihrer “Must-have”- und “Nice-to-have”-Anschaffungen am Ball bleiben. Vergessen Sie nicht, einen Notfallfonds für den Anfang einzuplanen. Experten empfehlen, Bargeld für mindestens drei Monatsausgaben zu haben. Auch wenn dies anfangs unerreichbar sein mag, planen Sie ein, was Sie für Unvorhergesehenes einplanen können.

Bei der Budgetierung beginnen Unternehmer mit den Ausgaben, da diese viel leichter vorhersehbar sind. Lassen Sie uns beginnen.

Schritt 2: Listen Sie die Gründungskosten auf

Startup-Kosten sind die Ausgaben, die Sie tätigen und Vermögenswerte, die Sie kaufen, bevor Sie Ihr Unternehmen starten. Dies sind die vorrangigen Anschaffungen – die Ressourcen, die Sie unbedingt benötigen, um Ihr Unternehmen aufzubauen und mit dem Verkauf zu beginnen.

Es gibt zwei Arten von Startup-Kosten, die Sie berücksichtigen müssen:

Erstens die Startup-Aktiva: Dies sind einmalige Anschaffungen von flüssigen und nicht flüssigen Vermögenswerten wie Inventar, Computer, Möbel, Fahrzeuge, Immobilien und Kautionen. Denken Sie daran, dass das Startup-Vermögen, auch Investitionsausgaben genannt, nicht steuerlich absetzbar ist.

Zweitens die klassischen Startup-Ausgaben: Dies sind die festen oder variablen Ausgaben, die Sie vor der Eröffnung bezahlen. Miete und Gehaltsabrechnung zum Beispiel gelten als Anlaufkosten, bevor Sie starten. Anlaufkosten sind steuerlich absetzbar.
Andere Beispiele für Anlaufkosten sind Büroräume, Organisationsgebühren, Marken und Patente.

Schlüsseln Sie jede Ausgabe auf, wenn möglich. Zum Beispiel werden Sie keine Pauschale für “Website-Kosten” zahlen. Führen Sie eine Web-Domain, ein Content-Management-System, einen Online-Einkaufswagen, ein Design, Fotos und alles andere, was Sie eventuell kaufen, separat auf. Informieren Sie sich über die typische Preisspanne für gängige Startup-Kosten.

Schritt 3: Bestimmen Sie Ihre Fixkosten

Der nächste Schritt ist die Schätzung Ihrer Fixkosten, auch bekannt als Gemeinkosten. Dies sind Geschäftsausgaben, die jeden Monat weitgehend gleich bleiben.

Ein neues Unternehmen könnte monatliche Kosten haben wie:

  • Miete oder Hypothek
  • Gehaltsabrechnung und Sozialleistungen
  • Geschäftsversicherung
  • Website-Hosting
  • Internet- und Telefondienste
  • Professionelle Dienstleistungen
  • Bankgebühren


Vergessen Sie nicht, Geld für Ausgaben einzuplanen, die mit den einzelnen Fixkosten zusammenhängen. Wenn Sie z.B. einen internen Social-Media-Spezialisten einstellen, benötigt dieser mehr als ein Gehalt und Sozialleistungen. Er braucht auch die nötige Ausrüstung für seine Arbeit, wie einen Schreibtisch, einen Laptop und Marketing-Software. Weitere Beispiele für Fixkosten finden Sie in dieser Liste der Geschäftskostenkategorien.

Schritt 4: Schätzen Sie Ihre variablen Kosten

Variable Kosten steigen oder sinken in Abhängigkeit von Ihren Umsätzen und Ihrer Produktion, sodass sie normalerweise keine festen monatlichen Kosten haben. Wenn Sie Ihr Unternehmen vergrößern, steigen diese Kosten in der Regel an und umgekehrt.

Hier sind einige Beispiele für variable Kosten:

  • Rohmaterialien
  • Ausgaben für Werbung
  • Betriebsmittel
  • Ausrüstung
  • Kosten für Versand
  • Gewerbliche Ertragssteuern
  • Transport
  • Reisen und Veranstaltungen
  • Freiberufliche Dienstleistungen


Neue Geschäftsinhaber können für viele dieser Kosten Angebote von Herstellern, Vertragsarbeitern und Drittanbietern von Logistikdienstleistungen einholen. Oder Sie verwenden Branchendurchschnittswerte. Berücksichtigen Sie auch, wie sich Jahreszeit und Saison auf die einzelnen Kosten auswirken.

Runden Sie sowohl bei festen als auch bei variablen Ausgaben auf, um Ihr Budget realistisch zu gestalten. Wenn zum Beispiel ein Abonnementdienst 15,99 € kostet, könnten Sie bis 20 € einplanen. Einige Experten empfehlen, die Schätzungen für Kategorien, die zu Schwankungen neigen, wie Marketing und Werbung oder Rechtsberatung, zu verdoppeln oder zu verdreifachen – einfach, um sicherzugehen!

Schritt 5: berechnen Sie Ihre monatlichen Einnahmen

Als Nächstes müssen Sie Ihre Einnahmen für jede Art von Einnahmequelle prognostizieren. Ohne vergangene Umsatzdaten für Ihr Unternehmen ist es am besten, mindestens zwei Sätze von Umsatzprognosen zu erstellen: eine optimistische und eine konservative Projektion.

Verwenden Sie Ihre Kunden-Personas, um abzuschätzen, wie oft sie Ihre Waren oder Dienstleistungen kaufen werden. Berücksichtigen Sie dabei Faktoren wie Ihren gesamten adressierbaren Markt, den potenziellen Marktanteil und die aktuellen Marktbedingungen. Sie können auch eine monatliche Umsatzschätzung anhand Ihrer Break-Even-Analyse ableiten. Seien Sie realistisch bei allen Faktoren, die das monatliche Umsatzwachstum begrenzen könnten.

Hier ist eine Liste möglicher Umsatz- und Finanzierungsquellen:

  • Produkt- oder Dienstleistungsverkäufe
  • Geschäfts- oder Firmenkreditkarte(n)
  • Darlehen
  • Ersparnisse
  • Investitionseinnahmen

Lassen Sie uns nun feststellen, ob Ihre Gründungskosten und Betriebsausgaben mit Ihrem ursprünglichen Zielbudget übereinstimmen:

Schritt 6: Rechnen Sie Ihre Gesamtkosten zusammen!

Überprüfen Sie sie und korrigieren Sie sie dann – fügen Sie Ihre monatlichen Kostenschätzungen in Ihre Business-Budget-Vorlage ein und berechnen Sie, wie viel Sie für den Start benötigen werden. Hoffentlich haben Sie einen Puffer für Mehrausgaben und Notfallfonds eingebaut. Es ist normal, in den ersten Monaten eines neuen Unternehmens von einigen defizitären Ausgaben auszugehen. Aber wenn sich Ihr Budgetziel auf dem Papier deutlich besser angehört hat, können Sie Anpassungen vornehmen, bevor Sie mehr Kapital aufnehmen. Gehen Sie Ihre Ausgaben noch einmal durch und kennzeichnen Sie jeden Posten als notwendig (Must-haves) oder diskretionär (Nice-to-haves). Entscheiden Sie, welche Kosten Sie eliminieren, reduzieren oder für später aufheben können, beginnend mit den diskretionären Kosten.

Können Sie auf ein Projektmanagement-Tool verzichten und einfach Excel nutzen oder den kostenlosen Abo Plan verwenden? Ist ein Public Relations Berater in der frühen Startphase wirklich notwendig? Können Sie in einem Coworking-Space starten und eine gebrauchte Büroausstattung finden? Meistens ist die Antwort drauf im ersten Geschäftsjahr: “JA!

Fazit – gute Budgetierung für bessere Geschäfte

Ein Startup-Budget ist die erste Verteidigungslinie für ein Unternehmen in der Anfangsphase. Es ist ein flexibler Aktionsplan, der es Ihnen ermöglicht, sich an Veränderungen anzupassen und Liquiditätsengpässe vorauszusehen. Und wenn Sie sich die Zeit nehmen, ein gut definiertes Budget zu erstellen, haben Sie bereits einen Vorteil gegenüber zwei Dritteln der Konkurrenz. Unternehmensbudgetierung und Buchhaltung gehen dabei natürlich Hand in Hand!

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